Donnerstag, 30. August 2012

Said Afandi

Scheich Said Afandi al-Tschirkawi
Scheich Said Afandi al-Tschirkawi
Jemand verlangte hier neulich Stellungnahmen und “Abbürstungen”, und ich wünschte, es wäre nicht so schnell wirklich notwendig geworden.

Vorgestern ist der Sufi-Scheich Said Afandi al-Tschirkawi in Dagestan einem Selbstmordattentat zum Opfer gefallen. Das ist nicht einfach nur irgendein nächstes Opfer irgendwelcher Terroristen. Mit diesem Mann wurde eine der beiden größten und konsequentesten anti-wahhabitischen Autoritäten im Kaukasus umgebracht - die andere solche Autorität ist zweifelsohne Ramsan Kadyrow. Said Afandi hatte keinerlei staatlichen Machtbefugnisse wie letzterer, allerdings genoß er als Scheich der Naqschbandi- und Schadhilīya-Tariqas eine enorme Autorität.

Russland hat durch diesen Mord wieder einen enormen Verlust erlitten, das muss man gestehen. Dabei ist die Tendenz recht deutlich zu bemerken: nach dem dreisten Doppelanschlag in Tatarstan und diesem neuerlichen Selbstmordanschlag kann man mit Sicherheit sagen, dass man es hier mit einer konsequenten Kopfjagd auf die Vertreter des traditionellen Islam in Russland zu tun hat. Man bombardiert das Hauptquartier, um mit Mao zu sprechen.

König Abdullah im Urlaub - Flugwetter über der Levante

König Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Saʿud
König Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Saʿud
Saudi-Arabiens König Abdullah geht “in Urlaub” und gibt eine Anordnung heraus, die Kronprinz Salman für die Zeit seiner Abwesenheit mit allen Befugnissen ausstattet: “Wir (König Abdullah) erteilen entsprechend unserer Anordnung Kronprinz Salman die Befugnis, die Staatsangelegenheiten zu führen und die Interessen unseres Volkes in der Zeit unserer Abwesenheit zu wahren.”

Formal ist das reine Routine: der König fährt zur Kur und beauftragt den Kronprinzen und Verteidigungsminister in Personalunion damit, die Interessen der Krone zu vertreten. Faktisch aber besteht angesichts des Alters und des Gesundheitszustands des Königs die Möglichkeit, dass wir es hier fast mit dem Verweser des saudischen Throns zu tun haben.

Mittwoch, 29. August 2012

Wochenschau, Folge 42

Al-Humurun-Mudschaheddin in Syrien
Al-Humurun-Mudschaheddin in Syrien
Themen sind diesmal Syrien inkl. Chemiewaffen, der Wahhabismus in Russland (Nordkaukasus und Wolgagebiet), Ägypten sowie - zurück in Syrien - die erbarmungslose Terrorgruppe Al-Humurun, die in den Kampf gegen "das Regime" einsteigt.

Dieses russische Projekt kann man sich auch auf Englisch anschauen, hier die aktuelle Folge mehr oder weniger exklusiv in deutscher Sprache. Für Leute "auf Arbeit" oder mit sonstiger Youtube-Blockade findet sich das Transkript unter dem eingebetteten Video.

Dienstag, 28. August 2012

Aleppos neuer Gouverneur

Muhammed Wachid Akkad und Marat Musin
Muhammed Wachid Akkad und Marat Musin
Neben der Reportage aus Aleppo hat Marat Musin von ANNA-News mit dem neuen Gouverneur von Aleppo, Muhammed Wachid Akkad, gesprochen. Das Interview wurde am 24.08.2012 geführt und am heutigen Tag veröffentlicht. Themen sind, grob über den Daumen, die allgemeine und wirtschaftliche Lage in der Stadt, die Flüchtlingssituation und auch ein kleiner Exkurs in die chemische Industrie der Stadt.

Die Videoaufnahmen des Interviews stellen keinen besonderen Mehrwert gegenüber einem Text dar, deswegen braucht es eigentlich keine deutsche Neuvertonung. Im und unter dem Text des Interviews kommen stattdessen ein paar Bilder aus Aleppo, wie Marat Musin sie vor einigen Tagen an ein paar russische Freunde gegeben hat.

Montag, 27. August 2012

News von der Blockbildung

Kasachstan positioniert sich zum Syrien-Konflikt (Altai Abibullajew)
Altai Abibullajew
Im heutigen Pressebriefing des Außenministeriums von Kasachstan läßt dessen Vertreter Altai Abibullajew hören, Kasachstan sei, abgesehen von der Besorgnis über das fortgesetzte Blutvergießen in Syrien, gegen eine auswärtige Einmischung - Versuche, sich von außen einzumischen seien unzulässig, weil dies insbesondere zu einer Verschlimmerung der Lage in Syrien und der gesamten Region führen könne.

Das klingt zwar erst einmal nach einer schablonenhaften Aussage, ist aber einerseits genau das, was die Syrer selbst und die Russen in Person von Lawrow immer sagen, und angesichts des übermorgen, am 29.08.2012, bevorstehenden Besuchs von Westerwelle, in dessen Mitverantwortung in Berlin eine Schattenregierung für Syrien trainiert wurde, die einmal anstelle der noch zu liquidierenden legitimen syrischen Regierung eingesetzt werden soll, erst einmal eine “Ansage”.

Samstag, 25. August 2012

Reportage von ANNA-News aus Aleppo

Zitadelle von Aleppo
Seit drei Tagen war bekannt, dass Marat Musin mit Team von ANNA-News in Aleppo filmen. Sie sind erst gestern (24.08.2012) nach Damaskus zurückgekehrt und haben über Nacht ihre Reportage veröffentlicht. Es geht dort im Wesentlichen darum, wie die Zitadelle verteidigt wurde und wie es den Flüchtlingen geht. Gedreht wurde in der Zitadelle und im Stadtteil Seif al-Dawla (Südwesten der Stadt, proximal zum oft genannten Stadtteil Salah-ad-din).

Dienstag, 21. August 2012

Kadri Dschamil in Moskau

Bei der Visite des syrischen Vizepremiers Kadri Dschamil nach Moskau kann man zwei Ziele und Themen unterscheiden. Der erste Teil - der wirtschaftliche - war eigentlich nur Formsache, ist aber trotzdem interessant. Alle entsprechenden Verhandlungen sind im Vorfeld geführt worden, und Dschamil sprach lediglich davon, dass Syrien “...nun wirkliche wirtschaftliche Unterstützung von Russland bekommen wird, und das passiert bereits in den kommenden Wochen”. Es geht in erster Linie um Kredite, über deren Umfang und Bedingungen die Vertreter beider Länder sich bereits während der vorigen Delegationsreise nach Moskau ausgetauscht hatten.

Klar ist dabei, dass unter den schwer wiegenden Sanktionen die Mittel aus solchen Krediten nur in Syrien befreundeten Ländern überhaupt eingelöst werden können, und Kadri Dschamil hat auch die Liste dieser Länder genannt: Russland, China, Indien und Venezuela. Der Iran gilt dabei wahrscheinlich als selbstverständlich und keiner gesonderten Erwähnung wert.

Von erlöschenden Vulkanen

Al Tal, Provinz Damaskus (20.08.2012)
Marat Musin von ANNA-News bringt eine frische Reportage von den Säuberungsaktionen im Ort Al Tal nahe Damaskus. An sich gibt es daran nichts außergewöhnliches, mit Ausnahme dessen, dass man sich fragt, wie lange man noch von den Restern des  “Vulkans in Damaskus” hören muss. Die Reportage liegt auf Linie: liquidierte und verhaftete Rebellenkämpfer, frohe Einwohner und absolut korrektes Vorgehen der syrischen Militärs.

Die Webseite von ANNA-News ist momentan nicht zu erreichen. Allerdings gab es dort vor zwei Tagen bereits die Information, dass der geflohene Ex-Premier Riad Hidschab offenbar bereits seit einem Monat vor seiner Flucht mit den Rebellen kollaboriert hat. Auf seine Anweisung hin sollen Salpetervorräte, die für die Landwirtschaft bestimmt waren, säckeweise aus den entsprechenden Lagerbeständen an die Rebellenkommandeure übergeben worden sein.

Samstag, 18. August 2012

Reportagen aus Aleppo

Militär in Aleppo, Syrien
ITAR-TASS meldet sich mit einem aktuellen Lagebericht aus Aleppo. Geht man von den Angaben in diesem Bericht aus, so konzentrieren sich die Regierungstruppen nunmehr eher in den nordöstlichen Stadtvierteln, welche von der FSA zuerst besetzt worden sind. Es handelt sich dabei um die “ärmeren” und mit am dichtesten bebauten Gebiete der Stadt.

In den anderen Teilen der Stadt unternehmen Sicherheitskräfte derweil weiterhin Säuberungsaktionen (weiter unten zwei Videoberichte). Auch in Salahaddin flammt punktuell noch Widerstand auf. Die Armee blockiert die Zugänge zur Stadt mehr oder weniger vollständig und mehr oder weniger erfolgreich - nach dem, was ITAR-TASS meldet, unternehmen die Rebellen immer wieder erfolglose Versuche, aus der Stadt auszubrechen.

Donnerstag, 16. August 2012

Umgestaltung der Welt, Folge 40

Es folgt der politische Rückblick auf die vergangene Woche, den die russische "Aktivisten"-Gruppe "Mirowoj Peredel" erstellt hat. Wie immer kurzweilige Minuten, dankenswerterweise mit deutscher Tonspur versehen von Halfdralf / Gegengift. Themen sind diesmal Syrien, Iran / Russland und China / USA und damit nicht nur der Nahe Osten. Als besondere Zugabe gibt es die Rubrik "Bild der Woche", welche sich mit aktuellen Propagandabildern aus den Medien befasst.

Video hinter dem Cut! Viel Freude beim Ansehen.

Mittwoch, 15. August 2012

Schlag gegen Syrien - Ziel: Russland

Nibiru
Nibiru
Das folgende Gespräch mit Professor Andrej Fursow, dem Leiter des Zentrums für Russland-Forschung an der Moskauer Geisteswissenschaftlichen Universität und dem Mitglied der Internationalen Akademie der Wissenschaften (München), erschien am 9. August 2012 bei KP.ru. Es ist bei der gegebenen Ausgangsfragestellung unerwartet weit im Spektrum dessen, was darin behandelt wird. Ausgehend von der derzeitigen Situation in Syrien und dem “Arabischen Frühling” versucht der russische Historiker Prognosen und Betrachtungen über die weitere Entwicklung danach, vom Konkreten zum Globalen.

Es sind für einen Blog-Artikel wahrscheinlich untypisch “viele Buchstaben”. Der Übersetzer möchte die Lektüre aber jedem ans Herz legen, der sich für “Weltpolitik” interessiert - man liest es dann fast in einem Zug. Wer ungeduldig ist, kann sich einfach an den Zwischenüberschriften und den Fragen entlanghangeln. Aber der Text ist in seiner Gesamtheit wichtig genug, ihn in die “Grundsätze” dieses Blogs aufzunehmen.

Dienstag, 14. August 2012

New Tadschikistan, das Dubai Zentralasiens

Idylle über Erdgas
Die ersten Nachrichten davon, dass in Tadschikistan ungeheure Erdgas- und -ölvorkommen entdeckt wurden, kamen bereits Mitte Juli. Damals schien diese Nachricht noch etwas zweifelhaft, weswegen man der Sache zu dem Zeitpunkt erst Gelegenheit geben musste, sich etwas zu setzen. Jetzt, im August, bestehen die Kanadier von der Tethys Petroleum Ltd. immer noch auf der Wahrheit ihrer Darstellung, offizielle Dementis gibt es noch nicht. Allerdings gibt es auch keine offiziellen Bestätigungen von Seiten der Regierung in Tadschikistan. Aber hier erst einmal die Zahlen.

Montag, 13. August 2012

Nach Aleppo ist vor Annan

Einwohner begrüßen die syrische Armee in Aleppo, 12.08.2012
Die Anschläge vorgestern in Damaskus, bei denen Unbekannte einen Sprengsatz an einer Bank im Stadtviertel Marja zündeten und daraufhin wild um sich schossen, passen genau in das Schema, das voraussichtlich nach der militärischen Zerschlagung der Rebellenbanden als Szenario eintreten wird.

Dieses Szenario wurde in Syrien bereits vor der „Friedensinitiative“ Kofi Annans angestoßen, als spätestens im April die militärische Niederlage der Rebellen - nach der Befreiung des damaligen Benghazi-Analogons Homs - bereits einmal Wirklichkeit wurde, die Armee sich die strategische Initiative erarbeitet hatte und sie erst durch den „Waffenstillstand“ wieder aus den Händen geben musste. Zu dieser Zeit – in den Monaten März und April – begann genau solch eine Terrorwelle, die sich bis zu dem Moment zog, da die Rebellen erstarkt, neu bewaffnet und umgruppiert waren und anschließend zu neuen Angriffswellen übergingen.

Hier Aufnahmen vom gestrigen Sonntag aus Aleppo, gefilmt und erschienen bei ANNA-News:

Agonie in Aleppo

Mutter eines getöteten syrischen Soldaten
Mutter eines getöteten syrischen Soldaten
Quelle: Anhar
„Allah möge Dein Leben verlängern, Recke, und Dir eine schöne Frau und wunderbare Kinder schenken!“ – so emotional begrüßte eine ältere Frau einen jungen syrischen Soldaten an einem Checkpoint  in Aleppo. Als sie gewahr wurde, dass sie gefilmt wurde, fügte sie, an die Kamera gewandt, hinzu: „Wir brauchen diesen Krieg nicht, der von Saudi-Arabien und dem Katar bezahlt wird. Diese Scheichs sollen aufhören herumzuzappeln und sich lieber mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigen. Ich schwöre, Allah wird Syrien nicht verlassen, sie aber werden kein gutes Ende nehmen!“ (Quelle: ITAR-TASS)

Sonntag, 12. August 2012

Bandar Bush, Sultans Sohn

Der Anschlag gegen die Spitze der saudischen Sicherheitskräfte liegt bereits eine Weile zurück, aber Klarheit ist in die Sache – wie fast zu erwarten war – bisher nicht gekommen. Das gilt erst einmal für den oder die Urheber des Anschlags: saudische Hofintrigen, hinterozeanische Hüter der saudischen Strategie oder gar der syrische oder – wie manche spekulierten – der russische Auslandsgeheimdienst? Wie auch immer, kein Bekennerschreiben, keine Ablenkungsmanöver, einfach nur gar nichts. Die vordergründige Frage gilt natürlich auch dem Verbleib des Prinzen Bandar bin Sultan, seines Zeichens Chef des saudischen Geheimdienstes.

In der russischen Presse ist derweil ein Interview mit einem russischen Geheimdienstler i.R. aufgetaucht, der den Lesern mit dem tatarischen Namen und Vatersnamen Rustam Faridowitsch N. sowie als Fachmann für den Nahen Osten bei der Analytischen Abteilung der „Lubjanka“ vorgestellt wird. Dieser sei außerdem noch ein Kenner der radikalen Strömungen des Islam. Hier ein Auszug zum Thema:

Dienstag, 7. August 2012

Personalakquise

Riad Hidschab flieht nach Doha, Katar
Die Absetzung und/oder Flucht von Riad Hidschab bereitet Syriens Reputation natürlich einen derben Schlag - eine Führungspersönlichkeit, die gerade erst auf den Posten des Ministerpräsidenten gesetzt wurde, verdünnisiert sich.

Das zeugt vom immer enger werdenden Kreis der Leute, denen Baschar al-Assad vertraut. Für den syrischen Präsidenten ist es derweil wichtig, eine gewissen Balance in der Führung zu bewahren und die Posten nicht nur durch die ihm sowieso treuen Alawiten zu besetzen. In diesem Sinne ist es von wesentlicher Bedeutung, nicht nur die politische Opposition, sondern auch möglichst alle Volksgruppen und Konfessionen mit an die Spitze zu holen.

Wochenschau Nahost, Folge 39

Waliulla Jakupow und Ildus Faisow, Tatarstan, Russland
Waliulla Jakupow und Ildus Faisow, Opfer von Anschlägen
Die neue Folge des Wochenrückblicks der russischen VK-Gruppe "Umgestaltung der Welt" beleuchtet zusammenfassend die Entwicklungen in Syrien, Aserbaidschan und Tatarstan (Russland). Das sind relativ kurzweilige achteinhalb Minuten Videoreportage, die Kollege Halfdralf dankenswerterweise mit einem deutschen Voice-Over versehen hat. Unter dem Video findet sich der Text der Reportage mit einigen weiterführenden Links.

Montag, 6. August 2012

Schlimmer als Bunker-Buster

Süd-Aserbaidschan innerhalb des iranischen Territoriums
Süd-Aserbaidschan
Eine aktuelle Ergänzung zu „Divide et dele“, da die „Eurovision 2012“ nun endlich vorbei sein dürfte.

Der US-amerikanische Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher ist eine äußerst interessante Persönlichkeit. Und das nicht etwa deshalb, weil es ihm irgendwie gelungen ist, seinen Allerwertesten schon seit 20 Jahren in einem Sessel auf dem Hügel zu wärmen – das spricht lediglich von seinem Einfluss in seinem Bundesstaat Kalifornien, ihm in diesem Sinne ähnliche Leute gibt es eine ganze Menge – sondern aus einem anderen Grund: er ist ein „Elefant“, äußert dabei aber fortwährend die außenpolitische Meinung der Regierung der „Esel“.

Gesichtsdiagnose

Man ist es gewohnt, vom Syrienkonflikt Bilder und Videos von bis an die Zähne bewaffneten, in Schlappen herumlaufenden Rebellenkämpfern zu sehen. Bisweilen tauchen in diesen Bildern auch martialischere und besser ausgerüstete Typen auf, in denen man die Kommandeure erkennen kann. Fiebrige Blicke, gestresste Bewegungen und das immerwährende Mantra “Allahu akhbar” begleiten für gewöhnlich diese fehlgeleiteten “Freiheitskämpfer”. Es wird ein Bild von Helden aufgebaut, das man allerdings vergebens in den Gesichtern der dargestellten FSA-Halunken sucht.

Die syrische Armee zeigt man meist nur aus der Entfernung, damit man ihre Gesichter nicht erkennen kann. Dem kann Abhilfe geschaffen werden: Anhar Kotschnewa hat die Einheit fotografiert, die den letzten von der FSA besetzten Stadtteil von Damaskus - At Tadamon - befreit hat. Darunter findet sich wohl auch ein Porträt des Kommandeurs, der sich beim Interview mit 1TV.Ru von der Kamera abgewendet hat. Kommentieren muss man die Bilder nicht. Wo nötig, stehen ein paar Bemerkungen von Anhar mit bei den Bildern.

Sonntag, 5. August 2012

Damaskus - Mission accomplished

Panzer in At Tadamon, Damaskus
Fast drei Wochen hat es gedauert, bis die letzten Rebellenkämpfer aus den Stadteilen und Vororten von Damaskus ausgeräuchert wurden. Sehr lange. Der letzte Stadtteil, in welchem letztlich die öffentliche Ordnung wiederhergestellt werden konnte, ist At Tadamon. Häuserkampf in der eigenen Hauptstadt ist wahrscheinlich nichts, was irgendeine Armee dieser Welt gut kann oder gerne tut. Derweil treten mit Einrücken der Armee in die befreiten Stadtteile weitere Greueltaten der Rebellenbanden von der "Freien Syrischen Armee" zutage. Die folgende Reportage des russischen Fernsehkanals 1TV.Ru berichtet von einem Massaker der Rebellen unter der Zivilbevölkerung in Al Tadamon und lässt Zeugen aus den Reihen der verängstigten Einwohner zu Wort kommen.

Donnerstag, 2. August 2012

4 Milliarden für eine Handvoll S-300

Flugabwehrraketensystem S-300: Vertragsstrafe für Russland zugunsten des Iran
Flugabwehrraketensystem S-300. Foto: RIA Novosti
Die gigantische Summe von 4 Milliarden US-Dollar stellt die Vertragsstrafe dafür dar, dass Russland 2010 den Vertrag über die Lieferung von S-300-FlaRak-Systemen an den Iran einseitig aufgekündigt hat. Die Höhe der Vertragsstrafe und die unerwartete Reaktion Teherans darauf - wo man sich eigentlich nur über so viel schönes Geld freuen bräuchte - gestatten es, ein paar interessante Schlüsse zu ziehen.

Chaos gibt Sicherheit

Ölraffinerie
Der Reichtum der Golfmonarchien. Foto: East News
Der Katar und Saudi-Arabien gewährleisten die eigene Sicherheit, indem sie die Strategie des „gesteuerten Chaos“ gegen ihre Nachbarn anwenden. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Chaos außer Kontrolle gerät und die Lager der Strategen heimsucht.

Quelle einschl. Fotos & deren Herkunftsnachweise: expert.ru

Für den „Arabischen Frühling“, welcher Umordnungsprozesse im gesamten Nahen Osten angeworfen hat, gibt es objektive Ursachen. Das sind die Bruchlinien, die im Nahen Osten nach dem Abzug der Kolonialmächte geblieben sind, die Trägheit der Regimes, welche wenig zur Glättung der bestehenden Widersprüche unternommen haben, der Zerfall der bipolaren Weltordnung und schließlich die weltweite Krise.

Allerdings hat die Situation erst durch einen recht subjektiven Faktor das gegenwärtige Ausmaß erreicht – am Anheizen des „Arabischen Frühlings“ sind jeweils auswärtige Mächte interessiert. In erster Linie kommen als solche hier europäische Länder in Betracht, allerdings gehen die kräftigsten Stimuli der Ereignisse im Nahen Osten von den beiden Führungsmächten im Golf-Kooperationsrat (GCC), den reichen wahhabitischen Monarchien Saudi-Arabien und Katar, aus.

Mittwoch, 1. August 2012

Einmann-FlaRaks für Demonstranten

Syrien: MANPADS für Demonstranten
Die neuerlichen Meldungen darüber, dass die Rebelleneinheiten in Syrien eine bedeutende Lieferung tragbarer Einmann-Flugabwehrlenkwaffen („MANPADS“) bekommen haben, lassen unwillkürlich die Erinnerung an Nachrichten aus Libyen im vorigen Jahr aufkommen: je nach Quelle waren 10.000 bis 15.000 solcher tragbarer Flugabwehr-Raketensysteme aus den Beständen der libyschen Armee „verschwunden“.